Leserbrief an das Börsenblatt - zu den London-Plänen der Ausstellungs- und Messegesellschaft. Wenn es stimmt, dass der Börsenverein mit seinen Finanzmitteln haushalten muss und die AuM eine Cash-Cow ist, dann können wir ja vielleicht sogar froh sein, dass uns das in seinen Risiken unkalkulierbare London-Abenteuer erspart blieb.
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Wenn es stimmt, dass der Börsenverein mit seinen Finanzmitteln haushalten muss und die AuM eine Cash-Cow ist, dann können wir ja vielleicht sogar froh sein, dass uns das in seinen Risiken unkalkulierbare London-Abenteuer erspart blieb. Selbst wenn die neue Messe in London zustande gekommen wäre, hätte man für die Aussteller und Besucher eine höchst prekäre Situation geschaffen, die entweder eine Doppelpräsenz erfordert oder über kurz oder lang eine der beiden Messen ins Aus getrieben hätte. Genau das war ja auch der Plan von Herrn Boos, hätte sich nur noch gefragt, welche.Aber auch abgesehen von den finanziellen Risiken muss man die Frage nach dem Zweck der Wirtschaftstöchter des Börsenvereins stellen. Sind sie dazu da, um als Global Player aufzutreten und etablierten ausländischen Konkurrenten den Kampf anzusagen? Ist ihr Ziel lediglich die Maximierung des Gewinns oder gar der Einsatz von Kapital und Ressourcen für fragwürdige unternehmerische Beutezüge? Ist es ihr Zweck, völlig losgelöst von den Verbandszielen, auf dem kapitalistischen Weltmarkt wie ein „ganz normales“ Unternehmen zu agieren und andernorts gewachsene Strukturen anzugreifen? - Nein! Die Tochterunternehmen des Börsenvereins sind vor allem Dienstleister des (deutschen) Buchhandels. Sie sollten sich auf dieses Geschäft beschränken, es gewissenhaft ausüben und bedenken, dass sie dabei auf ein gedeihliches Klima angewiesen sind, auch im internationalen Kontext.
Gerichtet und veröffentlicht im Börsenblatt vom 24.05.2006
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