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Leipziger Buchmesse endet mit großartiger Bilanz

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147.000 Besucher, davon 43.000 Fachbesucher; Rund 2.900 Journalisten aus 23 Ländern; Erster Karrieretag Buch + Medien voller Erfolg; Preis der Leipziger Buchmesse ehrt literarische Meisterwerke Mit einem hervorragenden Ergebnis ging am Sonntagabend die Leipziger Buchmesse zu Ende. 147.000 Besucher (2008: 129.000) kamen in den vergangenen vier Tagen auf das Messegelände. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 14 Prozent. Auf 65.000 Quadratmetern verschafften sie sich einen Überblick zu den Neuerscheinungen von 2.135 Ausstellern aus 38 Ländern. Rund 2.900 Journalisten aus 23 Ländern (2008: 2.700 aus 21 Ländern) berichteten über den internationalen Branchentreff von Autoren, Verlagen, Fachbesuchern und dem lesefreudigen Publikum im Leipziger Frühjahr.

„Die Leipziger Buchmesse 2009 hat ihre zwei wichtigsten Aufgaben erfüllt: Sie hat der Buchbranche Impulse gegeben, und sie hat gezeigt, dass die Gesellschaft das Buch braucht – zur Zeit mehr denn je“, sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH.

Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zur Messe: „Mit oder ohne E-Book - Literatur, Autoren und Inhalte standen im Mittelpunkt der Leipziger Buchmesse 2009. Das ist ein gutes und wichtiges Signal und es macht die Leipziger Veranstaltung einzigartig. Das spüren auch die vielen Besucher, die aus ganz Deutschland nach Leipzig gekommen sind, um das Buch zu feiern. In Leipzig zählt das einzelne Buch."


Für Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, ist klar: „Bildung bleibt eine wichtige Angelegenheit unserer Landes. Die Buchmesse ist auch in diesem Jahr ein zentraler Ort der Auseinandersetzung mit diesem Thema gewesen.“

Aussteller ziehen sehr positive Messebilanz

Die offizielle Ausstellerbefragung des Instituts für Marktforschung ergab eine sehr hohe Zufriedenheit der Aussteller: Zwei Drittel bewertete ihren Messeerfolg mit „sehr gut“ oder „gut“. 92 Prozent der Aussteller sagten schon während der Messe, dass sie im nächsten Jahr auf alle Fälle wiederkommen wollen.

Georg Reuchlein, Verleger der Verlagsgruppe Random House GmbH: „Die Leipziger Buchmesse steht für mich im Zeichen der Kommunikation. Sie ist ein wichtiger Treffpunkt mit Kollegen aus dem Sortiment, anderen Verlagen und den Medien. Dabei hat die Leipziger Messe ein ganz besonderes Flair: Sie ist nicht von der Hektik sonstiger Messen getrieben, sondern wie ein wunderbarer Salon, in dem man sich in sonst seltener Ruhe und Tiefe austauschen kann.“

„Wir sind sehr zufrieden mit der Messe“, sagt Petra Baumann-Zink, Presseleitung Belletristik beim S. Fischer Verlag. „Es war eine rundum gelungene Veranstaltung. Besonderes Highlight war unsere Veranstaltung mit Sarah Kuttner im ausverkauften Cinestar. Für all unsere Autoren ist Leipzig die absolute Lieblingsmesse, und alle wollen hier vor dem Publikum ihre Bücher vorstellen.“

Dr. Thomas Sparr, stellvertretender verlegerischer Leiter und Geschäftsführer Suhrkamp Verlag/Insel Verlag: „Die Mischung aus Fach- und Publikumsmesse gefällt uns gut, wir schätzen das hier so interessierte Publikum. Und in diesem Jahr freuen wir uns natürlich besonders über den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik für unsere Autorin Sibylle Lewitscharoff.“

„Ich bin mit festen Erwartungen auf die Leipziger Buchmesse gekommen: erstmals unser gerade erschienenes Verlagsprogramm vorzustellen“, sagt Monika Osberghaus, Programmleiterin beim Klett Kinderbuchverlag. „Für mich war völlig klar, dass das in Leipzig geschehen muss und nicht anderswo. Die uns entegegengebrachte Medienaufmerksam ist für uns als junger Verlag natürlich enorm gewinnbringend. Aber auch die Leser sind hier sehr interessiert und schauen sich zum Teil alle Bücher genauestens an.“

Verleger Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag bestätigt: „Für uns ist Leipzig die wichtigste Messe in Bezug auf unsere Leser. Hier bekommen wir ihr Feedback. Die Mischung aus Fach- und Publikumsmesse ist in jeder Hinsicht angenehm. Vor allem fühlen wir uns vom gesamten Buchmesse-Team sehr gut betreut. Wir kommen gerne nach Leipzig zurück, nur Hagelschlag und Blitzgewitter können uns davon abhalten!“

„Eine wunderbare Messe“, schwärmt Christoph Links vom Christoph Links Verlag. „Wir hatten durchgängig sehr gute Veranstaltungen. Vor allem die Besucherresonanz in den Messeforen war beeindruckend. Das zeigt: das Buchmesse-Publikum war noch interessierter als in den Vorjahren.“

Besucher freuen sich schon auf die nächste Buchmesse

Auch unter den 147.000 Messegästen herrschte eine ausgesprochen positive Stimmung. 90 Prozent gaben an, die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr wieder besuchen zu wollen. Ein Drittel aller Besucher war aus einer Entfernung von mehr als 200 Kilometern angereist. Die Hälfte aller Privatbesucher antwortete in der Befragung, auf der Messe etwas gekauft oder bestellt zu haben, ein Drittel hatte es zu diesem Zeitpunkt noch vor. Der Anteil der Fachbesucher lag bei 29 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht (2008: 28 Prozent).

Schwerpunkt Bildung findet starken Anklang: Erster „Karrieretag Buch + Medien" voller Erfolg

Seit drei Jahren setzt die Leipziger Buchmesse noch stärker auf das Thema Bildung.

Auf zahlreichen Fachveranstaltungen, Sonderausstellungen und Präsentationen widmete sich die Messe allen Aspekten rund um Erziehung und Ausbildung – und das mit großem Erfolg: „Es waren deutlich mehr Lehrer als in den vergangenen Jahren auf der Buchmesse“, sagt Elke Wittenborn, Leiterin Messen und Ausstellungen beim Cornelsen Verlag. „Nahezu alle Fortbildungsveranstaltungen waren gut bis sehr gut besucht.“

Über die vielen interessierten Besucher zeigte sich auch Lea Treese von Nintendo Deutschland erfreut: „Die Resonanz der Besucher auf unsere lern- und bewegungsorientierten Videospiele ist sehr positiv. Das zeigt uns, dass die Entscheidung zu einem erneuten Auftritt richtig war.“

Ein Novum der diesjährigen Buchmesse war der „Karrieretag Buch + Medien", der am Messe-Freitag (13. März) Hunderte Schulabgänger und Studenten von Fach- und Hochschulen begeisterte. Veranstalter waren die Leipziger Buchmesse und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Führungskräfte aus Verlagen und Buchhandel stellten interessante Berufsbilder vor und standen in Podiumsdiskussionen und Gesprächen zu Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Buchbranche Rede und Antwort. „Mit dem Karrieretag haben wir bildungspolitisch Akzente gesetzt. Wir werden diesen auf alle Fälle fortführen“, sagt Messe-Direktor Oliver Zille.

Darüber freut sich unter anderem Dr. Thomas Casagrande, Leiter des Bereichs Ausbildung an den Schulen des Deutschen Buchhandels: „Wir sind eine zentrale Ausbildungsstelle für Buchhändler und Verleger und der „Karrieretag Buch + Medien“ hat es uns ermöglicht, den potenziellen Branchennachwuchs anzusprechen und unser Angebot zu präsentieren. Unsere Erwartungen an das Publikum wurden übererfüllt. Leipzig hat für uns einen sehr hohen Stellenwert.“

Preis der Leipziger Buchmesse ehrt literarische Meisterwerke

Höhepunkt des ersten Messetages (12. März) war die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse. Rund 1.500 Messebesucher begleiteten die Verleihung in der Glashalle des Messegeländes. Die Jury unter Vorsitz von Ulrich Greiner (DIE ZEIT) entschied sich unter den 16 nominierten Kandidaten für folgende Autoren:
Kategorie Übersetzung: Eike Schönfeld für die Übersetzung von: Saul Bellow „Humboldts Vermächtnis“ (Kiepenheuer & Witsch).
Kategorie Sachbuch/Essayistik: Herfried Münkler für „Die Deutschen und ihre Mythen“ (Rowohlt Berlin Verlag).
Kategorie Belletristik: Sibylle Lewitscharoff für „Apostoloff“ (Suhrkamp Verlag).

„Leipzig liest“ mit Zehntausenden Besuchern

Die 1.900 Veranstaltungen mit mehr als 1.500 Autoren innerhalb von „Leipzig liest“ waren mit Zehntausenden Zuhörern wieder ein Literaturfestival der Superlative. Prominente Autoren, Schauspieler und Politiker wie Wilhelm Genazino, Günter Grass, Julia Franck, Wladimir Kaminer, Daniel Kehlmann, Alexa Hennig von Lange, Benjamin Lebert, Mirjam Presseler und Juli Zeh begeisterten das Publikum.

Zu den insgesamt 200 internationalen Autoren zählten beispielsweise: T. C. Boyle Péter Esterhazy, György Konrad, Geert Mak, Kiran Nagarkar, Olga Tokarczuk, David Lodge, John Griesemar, Petros Markaris und Jonathan Stroud.

Ausverkaufte „Lange Leipziger Lesenacht“

Bereits zum vierten Mal avancierte der historische Studentenclub Moritzbastei während der „Langen Leipziger Lesenacht“ (kurz L3) am Messe-Donnerstag zur großen Bühne für junge Literatur. Mehr als 1.500 Interessierte kamen in die Moritzbastei, um den rund 50 Autorinnen und Autoren zuzuhören. „Alle Lesungen waren sehr gut besucht. Das Publikum und die Autoren waren zufrieden. Nach nur vier Jahren hat sich die Lesenacht als feste Größe und als größte Lesung innerhalb von `Leipzig liest` etabliert“, sagt Claudius Nießen, Hauptorganisator der Langen Leipziger Lesenacht.

Antiquariatsmesse im Aufwind

Parallel zur Leipziger Buchmesse fand die 15. Antiquariatsmesse in der Messehalle 3 statt. 67 Aussteller aus sieben Ländern präsentierten ihrem vielschichtigen Publikum Schätze aus 500 Jahren Buchdruckkunst.

Detlef Thursch, Veranstalter der Antiquariatsmesse: „Es war eine gute Messe. Zum ersten Mal begleitete die Antiquariatsmesse eine Ausstellung über verbotene Bücher. Diese und unsere Literaturmeile waren die Highlights der diesjährigen Messe.“ Die kommende Buchmesse findet vom 18. bis 21. März 2010 statt.
 

 
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